Die FrOSCon 2016 und der Wert von Fachkonferenzen

Die FrOSCon 2016 bildete für mich das ganz persönliche Highlight in diesem Jahr. In einer Familie mit einem Säugling braucht so etwas Vorlauf und eine größere Organisation, wenn alle mit Sack und Pack auch mitkommen. Die seit 2013 anhaltende Serie meiner Besuche bei den Chemnitzer Linux Tagen ist deswegen dieses Jahr unter die Räder gekommen.

Banner der FrOSCon 2016

Die Veranstaltung selbst war, es ist eben auch eine etablierte Konferenz, stimmig und einwandfrei. Sogar der Eintritt war frei, schon fast ein Wunder angesichts dieser Größe. Danke an alle Sponsoren, die dies möglich gemacht haben. Ausgestattet mit einem begrenzten Zeitbudget, habe ich an beiden Tagen je einen Vortrag mitgehört. Beide haben ihre Anziehungskraft vor allem Beschreibungen zu verdanken, die fachlich anregender waren als die Vorträge selbst. Beim ersten ging es sogar soweit, dass einleitend ungefähr der Satz „Ich mache das ja überhaupt nicht professionell, aber…“ fiel. So war der Vortrag dann im Ergebnis auch. Leider haben sich gerade dann noch Nachzügler neben mich gesetzt und den Fluchtweg versperrt.

Das hat die Freude an der FrOSCon aber überhaupt nicht getrübt. Eher im Gegenteil ist mir dadurch klar geworden, was den Wert von Fachkonferenzen ausmacht – und es gefühlt eher mehr als weniger werden. Das immer stärker steigende Volumen an neuen Entwicklungen und Trends, transportiert durch Reddit und Hacker News, kann einen schnell in eine Filterblase einschließen. Dann irrlichtert man zwischen irgendwelchen Tools geschrieben in Node.js oder Golang herum, oder denkt darüber nach, wie man für seine wenige hundert User eine mit Google konkurrierende globale Infrastruktur aufbaut. Weil das jetzt scheinbar jeder so macht.

Der abgeschlossene Mikrokosmos einer Fachkonferenz dagegen sorgt für Erleichterung. Der Strom an Neuigkeiten steht zwar nicht still, hat aber an Geschwindigkeit verloren. Man redet und tauscht sich aus, ergänzt eigene Erfahrungen und teilt diese mit. Und dabei stellt man fest, dass auch andere alltäglich mit denselben Problemen kämpfen und es um überschaubare Nutzerkreise geht. Klar, es gibt auch die wachsende Gruppe der Cloud Native System Engineers, aber dahinter stehen große Unternehmungen (oder solche die sich dafür halten). Aber das ist nicht der Mainstream.

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